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Autoren im Gespräch: „Als ich dem Tod in die Eier trat“ (Alexander Greiner)

Sonja
Geschrieben von Sonja

Wir starten unsere Interview-Reihe „Autoren im Gespräch“ mit Alexander Greiner, dessen erstes Buch vergangene Woche erschienen ist. 

Wir sprachen am 11. Juli 2019 u. a. über 

  • seinen Zugang zum Schreiben und was ihm dabei wichtig ist,
  • die Entstehungsgeschichte seines Buches,
  • das Suchen und Finden eines Verlags,
  • Selfpublishing als Alternative,
  • die Bedeutung eines Lektorats und 
  • Empfehlungen für Schreibende.

Vorstellung:

Mein Name ist Alexander Greiner, ich bin Autor. Früher war ich Unternehmensberater, mit Fokus IT/Softwareentwicklung und lange als Projektmanager tätig. Als ich aus der Unternehmensberatung ausgestiegen bin, habe ich als Barista gearbeitet- ich habe also professionell Kaffee gemacht. Vor zwei Jahren habe ich zu schreiben begonnen und bemerkt, dass mir das sehr viel Spaß macht, und versuche mich jetzt als Schriftsteller.

1. Wie ist dein Bezug/Zugang zum Schreiben?

Ich habe immer schon geschrieben – soweit ich mich erinnern kann – auch im Kindesalter.

  • Vor ca. 15 Jahren habe ich mit meiner damaligen Freundin den Reiseblog „Schmalspurtouristen“ begonnen. Damals war ich sehr viel unterwegs. Nach ca. 6 Jahren beendeten wir den Blog und stellten in offline. 
  • In der Unternehmensberatung habe ich sehr viel „Profanes“ geschrieben: Abhandlungen, Handbücher, alles eher technischer Natur. 
  • 2013 startete ich mit dem Schreiben von Journalen, damals noch in unregelmäßigen Zeitabständen und vor allem zur Reflexion.
  • 2015 hatte ich die erste Krebserkrankung.
  • Seit 2016 führe ich ein durchgehendes Tagebuch.
  • 2017 bekam ich die zweite Krebsdiagnose und habe begonnen konkret über die Erkrankung zu schreiben: Wie es mir damit ergeht und was mir alles widerfährt. Das war der Beginn für einen Blog mit dem Titel „Schon wieder Krebs?“, auf dessen Basis das Buch entstanden ist. 

2. War für dich von Anfang an klar, dass du Schreiben für dich nutzen wirst?

Nein, überhaupt nicht. Für mich war der Krebs 2015 nicht wirklich ein Thema, das habe ich eher schnell abgehandelt. Ich wollte v. a. weitermachen und hatte große Pläne: Ich wollte mich als Kaffeetrainer selbstständig machen. Erst 2017 ist mir dann klar geworden: Ich kann nicht so weiter machen wie vorher, wenn es mich noch mal trifft, wobei ich doch vorher davon ausgegangen bin, dass der Krebs eine einmalige Sache war.

Durch das schreibende Beschäftigen mit den Themen Erkrankung/Wünsche/Ziele/was ich mir generell vorstelle vom Leben, ist erst die Erkenntnis gewachsen, dass das Schreiben ein äußerst mächtiges Werkzeug ist, das ist mir quasi passiert.

3. Wann hattest du die Idee, ein Buch zu schreiben? Wie kam es dazu?

Ich habe Bücher immer schon sehr gerne gemocht und mich damit umgeben. Früher war das eher Fachliteratur trockener Natur, heute Romane und Autobiografien. Und ich hatte immer schon die Idee: Irgendwann schreibe ich ein Buch!  

Als ich mich 2015 mit dem Businessplan beschäftigt habe, ging es um meine Expertise im Kaffeebereich. Ich dachte, es wäre geschickt ein Buch herauszubringen, quasi ein Zusatzprodukt, das ich zusätzlich zu meinen Seminaren verkaufen kann. Da grätschte der Krebs dazwischen. Die Idee zum Buch, das jetzt erschienen ist, hatte ich ca. 2-3 Monate nachdem ich über den Krebs zu bloggen begonnen. habe. Ich habe gemerkt, dass es mir leicht fällt, über den Krebs zu schreiben. Von meinen Leserinnen und Lesern im Internet erhielt ich sehr positives Feedback, wie ich mit dem Thema umgehe. Und da ist die Idee wieder aufgekeimt, du wolltest doch mal ein Buch schreiben, dann schreibst eben ein Buch über den Krebs, einfach … 

Am Anfang ist es mir so vorgekommen, dass es leicht ist, darüber zu bloggen. Jetzt sind zwei Jahre vergangen und ich weiß, dass ich die Rohtexte von damals ca. 50 Mal durch den Fleischwolf gedreht und angereichert habe, mit dem was essenziell zu sagen ist. Für mich war es gut, diese Zeit vergehen zu lassen und die Rohtexte nicht gleich raus zu geben, die waren im Blog mittlerweile offline. Für die Qualität des Textes und seiner Aussage war es wichtig, diesen Schritt zurück zu steigen und mich zu fragen: Will ich eigentlich mit den Texten rausgehen? Und wie bringe ich sie in eine Form, dass sie in ein Buch passen? Ich dachte zuerst, ich nehme die Blogtexte und packe sie zwischen zwei Buchdeckel – Blödsinn, das funktioniert nicht, daran bin ich gescheitert.

4. Wie leicht/schwierig war es für dich über deine persönlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit deiner Krebserkrankung zu schreiben?

Ich habe gemerkt, dass mir bei bestimmten Themen, im Konkreten, was die Chemotherapie betraf, die ersten beiden Überarbeitungsdurchläufe wahnsinnig schwergefallen sind. Die Texte über die Chemo, nur zu lesen, war irre – im Nachhinein gesehen –, eine sehr spannende Erfahrung. In den Texten steht ja nur drin, was ich selbst erlebt bzw. selbst geschrieben habe, aber es war eben in dieser Situation. Durchs Lesen der Texte bin ich wieder in dem ganzen Scheißdreck drin gewesen, den ich damals gespürt habe, eigentlich war es noch schlimmer. Ich bin drauf gekommen, dass ich es 2017 beim Schreiben gar nicht so emotional wahrgenommen habe. 

Beim Überarbeiten und wenn ich es jetzt lese, spüre ich viel stärker den Schmerz, die Angst, die mich damals erfüllt hat. Damals war es nur im Kopf und ich habe es runter geschrieben und jetzt habe ich es gespürt und ich habe mich die ersten paar Mal richtig durchkämpfen müssen. Das war wie ein dichter Dschungel und ich musste erst mit einer Machete einen Pfad frei schlagen und als ich die ersten ein, zwei Meter hatte, hatte ich einen Weg und konnte diesen weitergehen – so ist es mir gegangen beim Lesen der Texte, das war sehr anstrengend.

5. Wie lange hat das Buchprojekt insgesamt gedauert?

Die Krebserkrankung ist jetzt ca. zwei Jahre her, vor 27 Monaten habe ich begonnen zu schreiben. Also ich habe sehr intensiv Tagebuch geschrieben und teilweise Auszüge davon im Blog online gestellt. Beim Überarbeiten bin ich dann draufgekommen, dass ich manchmal so Lücken drin habe, und Erlebnisse nicht ganz so greifbar sind. Dann bin ich jedes Mal ins Tagebuch zurückgegangen. Entweder habe ich dann den Anker gefunden oder ich konnte mich wieder in die Stimmung von damals einschwingen.

Man kann es so zusammenfassen, dass ich ca. ein Jahr geschrieben habe und ca. ein Jahr überarbeitet.

Im Sommer 2017 habe ich die Idee geboren, die Blogbeiträge als Buch herauszugeben. Das funktionierte anfangs aber überhaupt nicht. Dann habe ich alles komplett neu strukturiert, sämtliche Rohtexte in Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt. Das war die Geburtsstunde des Buches, wie es im August 2019 erschienen ist, weil es erst dann seine Struktur bekommen hat. Davor war das Manuskript nur eine Sammlung von Rohtexten, die aber eine super Basis war, um überhaupt etwas daraus zu machen.

 

6. Wie hast du den Schreibprozess angelegt bzw. das Schreiben in den Alltag integriert?

Einen klassischen Alltag hatte ich nicht, weil ich schon davor aufgehört habe, als Barista zu arbeiten, um mich selbstständig zu machen. Meine Tage waren wegen der 

zweiten Krebsdiagnose geprägt von Abklärungen, Arztbesuchen, dem Ausprobieren, wie ich jetzt dieser Krebserkrankung Herr werde, und dann halt der Therapie. 

Zuerst war es nicht sonderlich schwierig daneben noch zu schreiben, weil ich im Spital immer meinen Laptop dabei hatte. 

Seither kann ich mir das Schreiben nicht mehr wegdenken. Ich habe mittlerweile einen selbst administrierten Alltag, in dem das Schreiben komplett integriert ist, ein nicht weg denkbarer Bestandteil. Ich schreibe mindestens einmal am Tag.
Immer zur gleichen Zeit?
Nein, das ist total unterschiedlich, je nachdem, wie es passt. Auch vom Umfang her ist es unterschiedlich: In der Regel schreibe ich mindestens eine halbe bis eine Stunde, manchmal werden es auch drei bis vier Stunden. Es gab in den vergangenen zwei Jahren auch viele Tage, an denen ich bis zu sechs Stunden gearbeitet habe.

7. Hattest du einen Buch-Projektplan?

Ich war Projektmanager und habe immer irgendeinen Plan. Die Pläne, die ich für das Buch gemacht habe, habe ich immer selbst gesprengt, weil sie komplett überzogen waren, nicht realisierbar. 

Jetzt weiß ich erst, wie aufwendig ein derartiges Buchprojekt ist. Zukünftige Pläne werden ganz anders aussehen, da habe ich viel gelernt.

8. Dein Buch trägt den einprägsamen Titel „Als ich dem Tod in die Eier trat“, wie entstand er?

Das war Arbeit. Ich habe mir insgesamt 150 verschiedene Titel überlegt und dem Verlag vorgelegt. Nicht auf einmal, stapelweise, erst 20, dann weitere 50, usw.

Dieser Titel war interessanterweise einer der Vorschläge aus dem ersten Fünftel. Zuerst hat er im Verlag wenig Anklang gefunden, vor allem im Vertrieb, eventuell war er zu direkt formuliert „mit den Eiern“. Wir haben dann noch zwei andere Vorschläge gehabt, die hoch im Kurs standen. Der jetzige Titel war sehr bald mein Favorit, und ich habe mich letztendlich durchgesetzt. In der ersten Version war er passiv formuliert. Die Programmleiterin vom Verlag hatte dann die Idee der Aktiv-Formulierung „Als ich …“ und das ist es dann letztlich geworden. 

Bisher war das Feedback immer positiv, deshalb war es für mich auch damals unverständlich, dass manche Leute vom Verlag und Vertrieb meinten:
"Der Titel geht gar nicht."

9. Dein Buch erscheint im Verlag Kremayr & Scheriau. Wie kam der Kontakt mit dem Verlag zustande? 

Ich habe den Verlag auf der Buchmesse in Frankfurt angesprochen. Ich hatte damals eine Liste mit Verlagen, von denen ich mir vorstellen konnte, dass sie an meinem Buchprojekt interessiert sein könnten.

Die Buchmesse in Frankfurt ist riesig. Ich bin mit Scheuklappen von Stand zu Stand gegangen und habe mich nicht darum gekümmert, welche anderen Verlage dort waren, sondern nur um die, die für mich interessant waren.

 

Für mich war klar: Ich möchte auf dieser Messe mein Buch, also das Manuskript verkaufen und ich habe zuvor überlegt: Was ist meine Botschaft? Wie präsentiere ich mich? Ich habe mir zuerst natürlich den Stand angeschaut, die Bücher die dort in den Regalen standen und in mich hinein gespürt: Könnte ich mir vorstellen, dass mein Buch auch dort drin steht, wäre das okay für mich? Dann bin ich hingegangen und habe gefragt, ob das Thema für sie interessant ist und bekam schnell das Feedback "Nein" oder "Ja, ist interessant".  Ich bin ohne Exposé dort gewesen, habe nur vom Buchprojekt erzählt.

Eigentlich ist das verpönt, weil viele unprofessionelle Autor_innen mit ausgedruckten Manuskripten hinkommen, den Verlegern einen Packen Papier hinklatschen und sagen: Nehmt’s mich bitte unter Vertrag. Ich würde es auch nicht wollen, wenn ich da am Stand stehe, und ständig kommen Leute und ich kann dann ein paar Kilo Papier nach Hause schleppen. Ich bin halt mal hingegangen und habe mich und das Buch präsentiert, nur mit meiner Visitenkarte in der Hand. Bei Kremayr & Scheriau hat es gefunkt. In den darauffolgenden Monaten habe ich ein Exposè geschriebeen und die Leseprobe mehrfach überarbeitet, bis beides soweit war, dass ich es verschicken konnte. Im Jänner 2019 habe ich mich ans Telefon gesetzt und die Verlage durchgerufen, mit denen ich vereinbart hatte, dass ich mich melde und nachgefragt, ob ich ihnen die Unterlagen schicken darf. 

Bei Kremayr & Scheriau hat es gleich geheißen: "Ja, super, ich habe die letzten Tage eh an Sie gedacht, schicken Sie mir doch das Exposé", und eine Woche später war die Aufforderung da, dass ich das ganze Manuskript schicken soll. Ziemlich zackig ging das.

10. Hast du auch über Selfpublishing nachgedacht? Wäre es für dich eine Option gewesen?

Ja, das war schon ein Thema für mich: Bei der ersten Idee zum Buch, bei der ich dachte, ich kann die Blogbeiträge zwischen zwei Buchdeckel kippen, da hatte ich Selfpublishing im Sinn. Das wäre sozusagen ein Krebstagebuch geworden. Anschließend wollte ich mit Abstand auf die Krebserfahrung blicken und alles von Anfang an reflektierend in der Art eines Memoirs aufschreiben. 

Doch, als ich mich mit den Texten beschäftigte, erkannte ich, dass ich es zwar interessant finde, wie ein Buch erstellt wird, ein Cover ordentlich gestaltet wird und worauf man bei der Buchproduktion aufpassen muss, aber ich will mich nicht damit beschäftigen, will es nicht alles selbst machen müssen. Und wenn ich diese ganzen Teilschritte einer Buchproduktion outsource, kann ich es mir nicht leisten, das Buch im Selfpublishing rauszubringen.

Also war schnell klar: Ich bringe das Buch im Verlag heraus.

11. Wie ist deine Meinung zum Thema „Lektorat“?

Unbedingt erforderlich. Das ist ein Muss. Ich bin ja betriebsblind. Natürlich gelingt es mir, wenn ich einen Text liegen lasse und ihn später wieder anschaue, dass ich Fehler entdecke, die logischer oder sprachlicher Natur sind oder ganz banale Grammatik- oder Rechtschreibfehler. Ein_e Lektor_in schaut aber ganz anders auf den Text und hat viel mehr Erfahrung mit der Textarbeit. Das ist absolut notwendig – würde ich niemals missen wollen.

12. Im Rückblick, gibt es etwas, das du mit deinem Wissen heute, in Bezug auf das Buchprojekt, anders machen würdest?

Das ist immer so eine komische Frage. Entschuldigung, das ist nicht persönlich gemeint: Ich glaube, dass das nicht möglich ist, weil durch diese Erfahrung lernen wir ja, und wenn ich mich an einen bestimmten Punkt in diesem Zeitstrahl zurück katapultiere, würde ich es wahrscheinlich wieder gleich machen.

Und bei einem neuen Buchprojekt, würdest du da etwas anders machen?

Ja, ich würde nicht der Versuchung erliegen, die Rohtexte zu veröffentlichen. Ich weiß jetzt, dass solche Blogtexte, nur Textfragmente sind – auch wenn sie schon mehrmals überarbeitet sind und sprachlich vielleicht halbwegs geschliffen – sie bleiben in gewisser Weise Rohtexte, solange sie nicht in eine gewisse Struktur eingebettet sind.

Es ist meine Herangehensweise an ein Buchprojekt sehr wichtig, diese Struktur zu kennen und zu wissen: Was will ich eigentlich sagen? In welche Reihenfolge bringe ich das, was ich sagen will? Ich lege dazu die einzelnen Rohtexte auf einem großen Tisch auf, schaue sie mir dann aus einer Adlerperspektive heraus an und überlege: Wie bringe ich sie in einen Guss? Wie setze ich sie so wieder neu zusammen, dass es Sinn ergibt? Und nachher schaut die Reihenfolge vielleicht komplett anders aus und die Texte sind in kleinere Fragmente zerstückelt. 

 

13. Hast du einen Tipp, worauf Menschen, die Schreiben möchten, achten sollen?

Machen! Tun!
Da muss ich mich selber immer wieder am Krawattl packen, weil wenn du schreiben willst und es nicht tust, dann hinderst du dich nur selbst.

Ich habe selbst immer wieder das Problem mit dem Anfangen, wenn ich eine neue Kurzgeschichte schreiben will.

Was machst du dann?

Hinsetzen, einfach hinsetzen. Ich glaube, dass das jetzt vielleicht auch auf hohem Niveau gejammert ist, weil ich dann halt sehr lange mit verschiedenen Ideen schwanger gehe. Vielleicht kommt es mir nur so vor, dass das eine Form von Prokrastinieren ist, dass ich mich nicht hinsetzen will oder Angst habe mich hinzusetzen und den ersten Satz zu schreiben. 

Vielleicht braucht‘s auch diese Zeit, dass ich nicht sofort losschreiben kann, sondern ich die Ideen zuerst einmal im Kopf wälzen muss, bevor ich sie schreibe. Da rede ich jetzt gegen andere Schreibtrainer und generell gegen die Schreibliteratur, weil die sagen genau das, was ich zuvor gesagt habe: Einfach hinsetzen und anfangen, das ist das A und O.

Und du sprichst dagegen, weil?

Für mich ist es wichtig, einen Plan zu haben. Ich kann sehr gut ohne Plan schreiben, das ist überhaupt kein Thema. Ich kann die ganze Zeit schreiben, aber es ist nicht unbedingt sicher, dass dann etwas Verarbeitbares herauskommt und ich habe den Anspruch, dass der Rohentwurf nicht auf 10 % zusammengekürzt werden muss, sondern vielleicht nur auf 50 %.

14. Gibt es etwas am Autor sein, das anders ist, als du es dir vorgestellt hast? Hattest du Bilder?

„Ich bin Autor“, kriegt man nicht so leicht über die Lippen. Ich lebe seit zwei Jahren ein Autorenleben. Das ist ein Luxus für mich, dass ich wirklich so ein Leben führen kann.
Also diese Bilder sind verklärt, sind Klischees, die vielleicht aus früheren Zeiten stammen, oder durch bestimmte Filme geprägt sind, aber im Prinzip, wenn du es über einen Kamm scherst, dann läuft es so ab,

dass ich mich die ganze Zeit mit dem oder den Texten beschäftige, auch wenn ich vielleicht nicht gerade vor dem Text sitze, beschäftigt mich das Thema und wenn ich dann draußen herum gehe oder mit dem Fahrrad fahre, dann kommen immer wieder Impulse, bei denen ich mir denke, das sollte ich vielleicht einbauen. Für mich ist das Dranbleiben essenziell an dem Autorenleben. Nur schaut das, glaube ich, bei jeder/jedem Autor_in anders aus. Ich glaube, es ist wichtig, dass man nicht ein bestimmtes Konzept von jemand anderen nachlebt, sondern verschiedene Sachen ausprobiert und herausfindet: Was passt für mich am besten?

15. Gibt es ein Schreibseminar, das du empfehlen kannst?

Ich habe beim writers’studio den  Lehrgang „Passion Writing“ gemacht, von September 2017 bis Oktober 2018, und habe noch etliche Zusatzseminare gebucht, insgesamt acht Seminare. Ich kann jedes davon empfehlen.

 

16. Zum Abschluss: Gibt es eine Lese-Empfehlung zum Thema Schreiben von deiner Seite?

Ein Buch, das eine Buch? Nein ich habe keine konkrete Lese-Empfehlung. Ich habe für mich erfahren, dass es wichtig ist, so viel wie möglich zu lesen. Egal was. Wobei es schon Literatur sein sollte, am besten von der Art, die ich selbst schreiben will. Alleine durch das Lesen schärft sich der Blick auf den Text. Ich nehme dann immer noch eine Metaebene ein und konsumiere nicht nur den Inhalt sondern analysiere ihn auch und das verändert dann auch mein Schreiben.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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Bildquelle: Manfred Weis, Kremayr & Scheriau 

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